Krankenkasse für Auswanderer in die Schweiz

Genauso wie für die Eidgenossen ist die Schweizer Krankenkasse für Auswanderer ebenso obligatorisch. Doch wer neu in die Schweiz zieht, denkt häufig nicht als erstes an seinen Versicherungsschutz. Dabei kann die Krankenkasse für Auswanderer nur bis zu einer bestimmten Frist selbst gewählt werden. Zudem ist ein reibungsloser Übergang des Versicherungsschutzes aus zwischen der alten und neuen Heimat wichtig. Die Redaktion von Oeffentliche-krankenkasse.ch klärt auf, wie der Wechsel in die Schweizer Krankenkasse für Auswanderer gelingt und wie dabei Geld gespart werden kann.

Krankenkasse für Auswander Pflicht

Die Schweiz stellt ein lukratives Ziel für Auswanderer dar: Viele verfügbare Arbeitsstellen, gute Bedingungen zum Leben und Arbeiten sowie eine vergleichsweie geringe Steuerpflicht. So ist es kein Wunder, dass jedes Jahr hunderttausende Menschen neu in die Alpenrepublik ziehen. Mit den neuen Pflichten beschäftigen sich die Zuwanderer jedoch meistens weniger. Der hohe Lebensstandard wird in der Schweiz in einen guten Versicherungsschutz über die gesetzlich vorgeschriebene Krankenkasse hinaus investiert. So kommen in der Regel über 6.000 Franken im Jahr zusammen. Für Migranten ist das zunächst oftmals schwer zu bezahlen. Jedoch ist die Krankenkasse auch für Auswanderer verpflichtend und muss daher als erste Police zwingend abgeschlossen werden. Private Policen wie eine eventuelle Haft- oder Unfallpflichtversicherung wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung müssen erst im nächsten Schritt geplant werden.

Krankenkasse für Auswanderer: Frist einhalten

Drei Monate haben Auswanderer Zeit, um sich bei einer Schweizer Krankenkasse in der sogenannten Grundversicherung zu schützen. Diese Frist beginnt mit der Ankunft in dem Land, also auch für Menschen, die noch keine gültige Aufenthaltsgenehmigung haben. Das ist in dem Schweizer Krankenversicherungsgesetz (KVG) festgelegt und gilt für alle Mitglieder aus der Familie. Jede Person muss ihre Grundversicherung einzeln regeln, eine Absicherung für die ganze Familie ist nicht vorgesehen. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sind jedoch geringe Beitragssätze vorgesehen. Wer sich als Auswanderer nicht innert drei Monaten bei der Krankenkasse anmeldet, wird von der ortsansässigen Behörde einer beliebigen Krankenkasse zugeteilt. Das hat den Nachteil, dass der Versicherungsnehmer dadurch unter Umständen höhere Prämien für einen gleichwertigen Schutz zahlen muss.

Für die Übergangszeit, bis die Krankenkasse den Auswanderer aufgenommen hat, empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz aus der alten Heimat beizubehalten. So können in Ruhe alle Formalitäten geregelt werden. Allerdings sollte vorher mit dem Versicherer aus dem Heimatland geklärt werden, wie lange die Krankenkasse für Auswanderer in einem anderen Land Bestand hat.

Krankenkasse muss jeden Auswanderer aufnehmen

Die gesetzlich vorgeschriebene Grundversicherung wird von über 80 anerkannten Krankenkassen auch für Auswanderer angeboten. Überwacht werden die Unternehmen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Die Krankenkasse ist stark reglementiert: Niemand darf vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden und die Leistungen sind für alle einheitlich. Abgedeckt sind durch die Krankenkasse für Auswanderer und Ur-Schweizer die ambulante Behandlung in der Arztpraxis sowie auch die stationäre Krankenpflege im Spital. Ebenso werden anerkannte Medikamente, die Krankenpflege daheim im sogenannten Spitex, Laboruntersuchungen, medizinisch notwendige Transporte und Präventionsmaßnahmen.

Grundsätzlich steht jedem Schweizer Bürger die Auswahl seiner Krankenkasse frei. Praktisch ist die Auswahl jedoch beschränkt, da die Leistungen der Krankenkasse für Auswanderer und Schweizer in dem Kanton erbracht werden muss, in dem der Wohnsitz gemeldet ist beziehungsweise wird. Für Behandlungen in anderen Kantonen ist darüber hinaus ein Zuschlag fällig, wenn die vergleichbare Leistung im Heimatkanton günstiger gewesen wäre. Ausnahmen für eine unbeschränkte Erstattung gelten nur für Notfälle oder medizinische Spezial-Therapien oder Eingriffe, die ausschließlich in anderen Kantonen erbracht werden können.

Krankenkasse für Auswander: Prämie, Franchise und Selbstbehalt

Die Beitragszahlungen richten sich anders als in anderen Ländern nicht nach dem Gehalt. Außerdem beteiligt sich der Arbeitgeber nicht wie beispielsweise in Deutschland an der gesetzlichen Versicherung. Stattdessen sind die Versicherungsprämien komplett selbst zu tragen und von Kanton zu Kanton unterschiedlich – in Basel bezahlen die Schweizer laut einer Statistik aus dem Jahr 2010 fast doppelt so viel wie in Niedwaden. Jährlich müssen in etwa zwischen 2.800 und 5.200 Franken einkalkuliert werden, wobei die Leistungen wohlgemerkt identisch sind. Diese Versicherungsprämie muss in jedem Fall entrichtet werden, unabhängig davon ob tatsächlich eine Krankheit eintritt oder nicht.

Zusätzlich zu der Krankenkassenprämie müssen die Kosten für Erkrankungen bis zu einem bestimmten Betrag, der Franchise, in voller Höhe selbst entrichtet werden. Die ordentliche Franchise liegt für volljährige Schweizer bei 300 Franken. Weitere Auswahlmöglichkeiten sind 500, 1.000, 1.500, 2.000 und 2.500 CHF. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren müssen keine Franchise zahlen, können jedoch eine 100-prozentige Eigenbeteiligung in Höhe von 100, 200, 300, 400, 500 oder 600 vereinbaren. Durch eine höhere Franchise kann die Versicherungsprämie gesenkt werden. Das rechnet sich, wenn die Kosten für Krankheiten niedrig sind. Ab Behandlungskosten von knapp 2.000 Franken pro Jahr empfiehlt sich jedoch bei den meisten Versicherern die niedrigste Franchise von 300.

An den Kosten, die über die Franchise hinausgehen, müssen sich Schweizer und Auswanderer zu 10 Prozent beteiligen. Dieser Selbstbehalt muss jedoch nur bis zu maximal 700 Franken geleistet werden. Wählt ein Versicherungsnehmer eine Franchise von 300 Franken und zahlt den vollen Selbstbehalt von 700 CHF, muss er insgesamt also zusätzlich zu der Prämie 1.000 Franken zahlen. Von Franchise und Selbstbehalt sind unter gewissen Umständen nur Mütter während und kurz nach der Schwangerschaft ausgenommen.

Gesetzliche Krankenkasse für Auswander oft nicht ausreichend

Über die Grundversicherung hinaus sollten jedoch auch private Zusatzversicherungen nicht nur für einen größeren Leistungsumfang, eine Sonderbehandlung oder ein Einzelzimmer im Spital angedacht werden. Zahnärztliche Behandlungen sind nämlich in der Krankenkasse für Auswanderer fast überhaupt nicht inbegriffen, so dass ein zusätzlicher Schutz ratsam ist. Das gilt ebenso für Pflegeleistungen, die nur rudimentär abgedeckt sind – auch hier ist private Vorsorge wichtig. Im Gegensatz zur Grundversicherung kann ein Antrag auf Aufnahme jedoch abgelehnt werden. Dafür können die Beiträge frei verhandelt werden, so dass durch höhere Prämien eine umfassendere Rente im Bedarfsfall ausgezahlt werden kann.

Krankenkasse für Grenzgänger

Wer eine Arbeit in der Schweiz aufnimmt, jedoch seinen Wohnsitz weiter im Ausland behält, ist ebenso versicherungspflichtig. Eine gleichwertige oder hochwertige Krankenversicherung im Ausland entbindet prinzipiell nicht von der Pflicht, sich in der Schweiz zu versichern. Diese Regel für Grenzgänger gilt für den EU- und EFTA-Raum, also etwa für Pendler aus Deutschland oder Österreich.

In den ersten drei Monaten besteht durch das bilaterale Abkommen aus dem Jahr 2002 für Grenzgänger aus EU-Ländern ein Optionsrecht. Das heißt, dass der Grenzgänger selbst wählen kann, ob er die Schweizer Grundversorgung nutzen möchte oder ob er weiterhin in seinem Land versichert bleiben möchte. Diese Option ist nur in den ersten drei Monaten nach der Grenzgängerbewilligung gültig und setzt voraus, dass die Krankenkasse auch für anfallende Kosten in der Schweiz aufkommt. Zudem darf es nur einmal ausgeübt werden. Der Grenzgänger muss in jedem Fall von sich aus aktiv werden: Verstreicht das Optionsrecht, wird er ähnlich wie der Auswanderer nach drei Monaten von amtlicher Stelle automatisch einer beliebigen Krankenkasse zugeordnet.

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