Die Krankenkassenprämien in der Schweiz

Die Krankenkassenprämien werden in der Schweiz jährlich neu festgelegt. Die Prämien der Krankenkassen sind in verschiedenen Regionen unterschiedlich. Hier erfahren Sie, warum die Krankenkasse Prämie so oft angepasst wird, wie Krankenkassen und BAG die Prämien festlegen und was die Krankenversicherung mit Ihren Prämien macht. 2016 gabe es im Schnitt eine Erhöhung der Prämien um ca.  4 Prozent. Für das aktuelle Jahr meldete das Bundesamt für Gesundheit bereits eine durchschnittliche Erhöhung von 4,5% für Erwachsene und 6,6% für Kinder.

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Krankenkassenprämien für 2017 & 2016

Die nachfolgenden Daten sind noch für das aktuelle Jahr. Die Prämien für 2017 sind erst vo wenigen Tagen veröffentlich worden. Unsere Redaktion aktualisiert diese Seite innerhalb der nächsten Tage. Die Grafiken beinhalten bereits die aktuellen Zahlen für 2017.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) geht für Erwachsene durchschnittlich von einem Anstieg von 4 Prozent aus. Für Kinder werden 3,9 Prozent mehr fällig. Junge Leute zwischen 19 und 26 müssen 3,6 Prozent mehr zahlen. Dabei handelt es sich um durchschnittliche Werte: In einigen Fällen, zum Beispiel mit einer sehr hohen Franchise, können sich die Prämien auch um 25 Prozent erhöhen.

Nach Angaben des BAG müssen Schweizer mit einer monatlichen Erhöhung von 16,30 Franken rechnen. Ein Teil davon lässt sich durch einen Vergleich der Krankenkassen einsparen, denn es gibt oftmals günstigere Grundversicherungen zu gleichen Konditionen.

Krankenkassenprämien Erhöhung 2017 in der Schweiz

Um so viel steigen die Prämien 2017 in den Kantonen für einen erwachsenen Musterkunden im Schnitt

Erhöhrung der Krankenkassenprämien für junge Erwachsene

Um so viel steigen Krankenkassenprämien für junge Erwachsene

Erhöhrung der Krankenkassenprämien für Kinder

Um so viel steigen Krankenkassenprämien für Kinder

Starke Prämienerhöhungen 2016 bei der Assura

Am schlechtesten fallen die veränderten Krankenkassenprämien 2016 für die Neuenburger aus. Über alle Altersgrenzen hinweg stehen in keinem anderen Kanton größere Erhöhungen an. Alle erwachsenen Neunburger über 26 Jahren müssen 8,2 Prozent mehr bezahlen, für Kinder beträgt der Aufschlag gar über 14 Prozent!

Auch die Jurasser müssen mit einer starken Mehrbelastung rechnen. In beiden Kantonen ist die Krankenkasse Assura stark vertreten. Das Unternehmen galt bislang als äußerst preiswert, muss seine Krankenkassenprämien 2016 aber besonders stark nach oben korrigieren. Die beiden Kantone mit dem höchsten Anstieg gehören also zum französischen dominierten Teil der Schweiz.

Höchste Prämienerhöhungen 2016 für Erwachsene ab 26 J.

  1. Neuenburg: 8,2 %
  2. Jura: 7,4 %
  3. Nidwalden, Appenzell-Außerrhoden: 5,4 %

In anderen Regionen machen sich die Anstiege moderater bemerkbar. Die drei Gebiete mit den niedrigsten Erhöhungen sind allesamt Deutschschweizer Kantone. In Appenzell-Innerrhoden, Basel-Landschaft und Uri erwartet die Einwohner ein Anstieg, der um mindestens 40 Prozent geringer ausfällt als im Schweizer Durchschnitt.

Niedrigste Prämienerhöhungen 2016 für Erwachsene ab 26 J.

  1. Appenzell-Innerrhoden: 2,2 %
  2. Basel-Stadt: 2,3 %
  3. Uri: 2,4 %

In den drei Kantonen mit den meisten Einwohnern fallen die Prämienerhöhungen ebenfalls unterschiedlich aus. In der Bundesstadt Bern und den angrenzenden Gemeinden ist der Anstieg mit 2,8 Prozent niedrig, auch in Zürich erhöhen sich die Beiträge nur um 3,6 Prozent. In Waadt mit der Stadt Lausanne kommt eine Erhöhung von 4,7 auf die Einwohner zu.
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Wissenswertes zu den Krankenkassenprämien

Im Schweizer Gesundheitssystem ist festgeschrieben, dass jeder in der Schweiz wohnhafte bei einer Krankenkasse eine obligatorische Grundversicherung abschließen muss. Für diese zahlt er monatliche Beiträge, die sogenannten Prämien. Da die Krankenkassen ihre Prämien jährlich für das Folgejahr anpassen dürfen, hat jeder Verbraucher das Recht, seine Krankenkasse zu kündigen und zum Jahresende zu die Krankenkasse wechseln und sich einen Versicherer auszusuchen, der möglichst niedrige Prämien erhebt. Doch wie funktioniert das mit den Krankenkassenprämien genau?

Wie werden die Krankenkassenprämien festgelegt?

Die Krankenkassen dürfen ihre Prämien nicht willkürlich festlegen, sondern müssen sich an bestimmte Regeln halten. Aus diesem Grund müssen die Prämien der einzelnen Krankenkassen jedes Jahr vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) genehmigt werden. Wird diese Genehmigung nicht erteilt, hat der Versicherer ein Problem, denn dann gibt es keine Prämien, die er von seinen Kunden einfordern darf.

Damit das BAG prüfen kann, ob die Prämienwünsche für das Folgejahr berechtigt sind, müssen die Krankenkassen ihre finanzielle Situation und ihre Prognosen für das laufende sowie das kommende Jahr vorlegen. Anhand dieser Daten kann das BAG erkennen, wie gut die Versicherer wirtschaften, denn die Krankenkassen müssen kostendeckend arbeiten.

Außerdem werden die finanziellen Reserven der Versicherungen überprüft, sodass eine wirtschaftlich schwächelnde Krankenkasse zwecks Rücklagenstellung höhere Prämien verlangen darf als eine, die über ein enormes finanzielles Polster verfügt. Das BAG berücksichtigt während des Genehmigungsverfahrens auch die individuelle Situation einer jeden Krankenkasse. Dazu gehören beispielsweise Kostenentwicklung, Budget und Mitgliedszahlen.

Was selbstverständlich nicht vergessen werden darf ist, dass eine Prämie nur genehmigt wird, wenn auch die sonstigen rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, beispielsweise Rabattangebote durch wählbare Franchise, alternative Versicherungsmodelle (Hausarzt etc.) und die Möglichkeit, die Unfallversicherung ausschließen zu können.

 

 

Warum sind die Prämien für die Krankenkasse nicht überall gleich?

Wie bereits dargelegt, wird die individuelle Situation der Krankenkasse bei der Festlegung der Prämien berücksichtigt. Darunter fallen auch regionale Unterschiede, weswegen die Schweiz in unterschiedliche Prämienregionen eingeteilt ist. Einige Kantone sind eigenständige Prämienregionen. Kleinere Kantone schließen sich oft zu einer Prämienregion zusammen, große Kantone werden teils in mehrere Prämienregionen unterteilt, da sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den einzelnen Kantonregionen durchaus stark unterscheiden können. Sollten einer Krankenkasse zum Beispiel in Luzern besonders hohe Kosten entstehen, in Bern dagegen nur sehr geringe, ist demnach davon auszugehen, dass die Prämien für Luzern weiter steigen werden, in Bern dagegen nicht.

Was macht die Krankenkasse mit meinen Prämien?

Mit den Prämien finanzieren die Krankenkassen logischerweise die erbrachten medizinischen Leistungen und decken alle weiteren Kosten, die damit in Zusammenhang stehen, wie Verwaltungsaufwand, Gehälter der Angestellten oder Aufbau von Rückstellungen.

Um ein besseres Bild davon zu bekommen, wie die Kosten der Krankenkassen verteilt sind bzw. was mehr und was weniger Kosten verursacht, kann man beim Bundesamt für Gesundheit einsehen. Aus dem Faktenblatt zum Thema „Wozu werden die Prämien verwendet?“ sind folgende Zahlen entnommen, welche die Prognosen der Kostenanteile der Krankenkassen für 2015 auflistet:

  • 22,3 % Spital stationär
  • 21,3 % Arzt ambulant
  • 19,2 % Medikamente
  • 14,1 % Spital ambulant
  • 11,0 % Übrige Leistungen
  • 5,8 % Pflegeheime
  • 5,0 % Verwaltungsaufwand
  • 0,8 % Aufbau von Rückstellungen
  • 0,5 % Saldo sonstige Ausgaben

 

 

Wie kann ich niedrigere Krankenkassenprämien zahlen?

Die naheliegendste Möglichkeit ist natürlich ein Krankenkassenwechsel. Wer die Krankenkassen Prämien vergleicht, findet schnell und einfach die günstigste Krankenkasse in seiner Region. Ein Wechsel der Krankenkasse ist immer zu Jahresende möglich. Wie man einen Krankenkassenwechsel richtig durchführt, haben wir hier einmal zusammengefasst, genau wie die verschiedenen Möglichkeiten, einen Krankenkassenvergleich durchzuführen.

Prämienverbilligung bei Geringverdienern

Verdienen Sie unterdurchschnittlich und können so kaum noch die Krankenkassenprämien bezahlen, besteht in der Schweiz die Möglichkeit einen Antrag auf Prämienverbilligung in dem ansässigen Kanton zu stellen. Wird dieser bewilligt, werden die Prämien der Krankenkassen zum Teil staatlich finanziert. Dies gilt im Übrigen auch für weitere Familienmitglieder (z.B. Kinder), die ebenfalls vom niedrigen Gehalt betroffen sind.

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