Prämienerhöhung bei den Krankenkassen: 2018 und 2019 wird es teurer

Für 2018 und 2019 müssen Schweizer mit erheblichen Verteuerungen bei den Krankenkassenprämien rechnen. Zwar steigen die Prämien jedes Jahr abhängig vom Kanton moderat bis deutlich an. 2019 treten allerdings zwei Verordnungen von Gesundheitsminister Alain Berset in Kraft, die schon 2018 erste Prämienerhöhungen verursachen.

Prämienerhöhung 2019: Krankenkassen müssen System der Franchisen ändern

Versicherte können durch verschiedene Möglichkeiten die Höhe ihrer Krankenkassenprämie verringern. Dazu gehört beispielsweise die Wahl eines günstigen Krankenversicherungsmodells wie Hausarzt oder HMO. Üblich ist darüber hinaus die Wahl einer Franchise, die über 300 Franken pro Jahr hinausgeht. Das bedeutet, dass der Versicherte einverstanden ist, mehr Geld pro Jahr aus der eigenen Tasche zu zahlen, wenn er medizinische Leistungen in Anspruch damit. Dafür werden die Krankenkassenprämien durch sogenannte Prämienrabatte reduziert. Genau diese Rabatte führen nun dazu, dass es zu einer deutlichen Prämienerhöhung 2018 und 2019 kommen wird.

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So wird der Prämienrabatt 2019 verringert

Bisher galt für jede Wahlfranchise ein maximaler Prämienrabatt im Umfang von 70 Prozent. Bei einer Franchise von 2’500 Franken sind damit Rabatte bis zu 1’540 Franken möglich. Die Krankenkassen müssen den Rabatt nicht in vollem Umfang gewähren. Allerdings gibt ihnen dies gegenüber Kassen, die sich dagegen entscheiden, einen Wettbewerbsvorteil. Nun wird 2019 jedoch der Maximalrabatt angepasst. Für die Franchise von 500 Franken erhöht Bersets Verordnung den möglichen Rabatt auf 80 Prozent. Bei der höchsten Franchise von 2’500 Franken sinkt er hingegen auf 50 Prozent. Der höchstmögliche Rabatt wird somit auf 1’100 Franken reduziert. Einige Versicherte werden auf diese Weise bis zu 440 Franken pro Jahr mehr für ihre Krankenkasse aufwenden müssen.

Anstieg der Franchise geplant

Es gibt eine weitere Änderung, die sich zwar nicht auf die Prämien selbst auswirkt, die jedoch ebenfalls zu einer höheren Belastung der Versicherten führt. Zukünftig soll die Franchise in regelmässigen Abständen von voraussichtlich alle drei bis vier Jahre an die steigenden Gesundheitsausgaben angepasst werden. Die Franchisen werden dann in Schritten von je 50 Franken erhöht. Versicherte müssen also gegebenenfalls mehr Geld für ihre medizinische Versorgung ausgeben.

Warum kommt es bereits 2018 zur Prämienerhöhung?

Die Änderungen kommen zwar erst 2019, dennoch wird es bereits 2018 bei einigen Krankenkassen zu Prämienerhöhungen kommen. Damit wollen die Kassen vermeiden, dass in einem Jahr ein extremer Preissprung zustande kommt. Dennoch werden wahrscheinlich auch die Versicherten dieser Krankenkassen spüren, dass die Prämienerhöhung 2019 über das Mass hinausgeht, was sie von einem normalen Preisanstieg gewohnt sind. Umso sinnvoller ist es, die Angebote der Krankenkassen und weitere Einsparmöglichkeiten genau gegenüberzustellen. Auf diese Weise lässt sich die Prämienerhöhung vielleicht individuell doch noch abfedern.

Wissenswertes zu den Krankenkassenprämien

Im Schweizer Gesundheitssystem ist festgeschrieben, dass jeder in der Schweiz wohnhafte bei einer Krankenkasse eine obligatorische Grundversicherung abschließen muss. Für diese zahlt er monatliche Beiträge, die sogenannten Prämien. Da die Krankenkassen ihre Prämien jährlich für das Folgejahr anpassen dürfen, hat jeder Verbraucher das Recht, seine Krankenkasse zu kündigen und zum Jahresende zu die Krankenkasse wechseln und sich einen Versicherer auszusuchen, der möglichst niedrige Prämien erhebt. Doch wie funktioniert das mit den Krankenkassenprämien genau?

Wie werden die Krankenkassenprämien festgelegt?

Die Krankenkassen dürfen ihre Prämien nicht willkürlich festlegen, sondern müssen sich an bestimmte Regeln halten. Aus diesem Grund müssen die Prämien der einzelnen Krankenkassen jedes Jahr vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) genehmigt werden. Wird diese Genehmigung nicht erteilt, hat der Versicherer ein Problem, denn dann gibt es keine Prämien, die er von seinen Kunden einfordern darf.

Damit das BAG prüfen kann, ob die Prämienwünsche für das Folgejahr berechtigt sind, müssen die Krankenkassen ihre finanzielle Situation und ihre Prognosen für das laufende sowie das kommende Jahr vorlegen. Anhand dieser Daten kann das BAG erkennen, wie gut die Versicherer wirtschaften, denn die Krankenkassen müssen kostendeckend arbeiten.

Außerdem werden die finanziellen Reserven der Versicherungen überprüft, sodass eine wirtschaftlich schwächelnde Krankenkasse zwecks Rücklagenstellung höhere Prämien verlangen darf als eine, die über ein enormes finanzielles Polster verfügt. Das BAG berücksichtigt während des Genehmigungsverfahrens auch die individuelle Situation einer jeden Krankenkasse. Dazu gehören beispielsweise Kostenentwicklung, Budget und Mitgliedszahlen.

Was selbstverständlich nicht vergessen werden darf ist, dass eine Prämie nur genehmigt wird, wenn auch die sonstigen rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, beispielsweise Rabattangebote durch wählbare Franchise, alternative Versicherungsmodelle (Hausarzt etc.) und die Möglichkeit, die Unfallversicherung ausschließen zu können.

 

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Warum sind die Prämien für die Krankenkasse nicht überall gleich?

Wie bereits dargelegt, wird die individuelle Situation der Krankenkasse bei der Festlegung der Prämien berücksichtigt. Darunter fallen auch regionale Unterschiede, weswegen die Schweiz in unterschiedliche Prämienregionen eingeteilt ist. Einige Kantone sind eigenständige Prämienregionen. Kleinere Kantone schließen sich oft zu einer Prämienregion zusammen, große Kantone werden teils in mehrere Prämienregionen unterteilt, da sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den einzelnen Kantonregionen durchaus stark unterscheiden können. Sollten einer Krankenkasse zum Beispiel in Luzern besonders hohe Kosten entstehen, in Bern dagegen nur sehr geringe, ist demnach davon auszugehen, dass die Prämien für Luzern weiter steigen werden, in Bern dagegen nicht.

Was macht die Krankenkasse mit meinen Prämien?

Mit den Prämien finanzieren die Krankenkassen logischerweise die erbrachten medizinischen Leistungen und decken alle weiteren Kosten, die damit in Zusammenhang stehen, wie Verwaltungsaufwand, Gehälter der Angestellten oder Aufbau von Rückstellungen.

Um ein besseres Bild davon zu bekommen, wie die Kosten der Krankenkassen verteilt sind bzw. was mehr und was weniger Kosten verursacht, kann man beim Bundesamt für Gesundheit einsehen. Aus dem Faktenblatt zum Thema „Wozu werden die Prämien verwendet?“ sind folgende Zahlen entnommen, welche die Prognosen der Kostenanteile der Krankenkassen für 2015 auflistet:

  • 23 % Spital stationär
  • 23 % Arzt ambulant
  • 21 % Medikamente
  • 14 % Spital ambulant
  • 13 % Übrige Leistungen
  • 6 % Pflegeheime

 

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Wie kann ich niedrigere Krankenkassenprämien zahlen?

Die naheliegendste Möglichkeit ist natürlich ein Krankenkassenwechsel. Wer die Krankenkassen Prämien vergleicht, findet schnell und einfach die günstigste Krankenkasse in seiner Region. Ein Wechsel der Krankenkasse ist immer zu Jahresende möglich. Wie man einen Krankenkassenwechsel richtig durchführt, haben wir hier einmal zusammengefasst, genau wie die verschiedenen Möglichkeiten, einen Krankenkassenvergleich durchzuführen.

Prämienverbilligung bei Geringverdienern

Verdienen Sie unterdurchschnittlich und können so kaum noch die Krankenkassenprämien bezahlen, besteht in der Schweiz die Möglichkeit einen Antrag auf Prämienverbilligung in dem ansässigen Kanton zu stellen. Wird dieser bewilligt, werden die Prämien der Krankenkassen zum Teil staatlich finanziert. Dies gilt im Übrigen auch für weitere Familienmitglieder (z.B. Kinder), die ebenfalls vom niedrigen Gehalt betroffen sind.

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