700.000 Eidgenossen wechselten 2016 ihre Krankenkasse

700.000 Eidgenossen wechselten 2016 ihre Krankenkasse

700.000 Eidgenossen haben zu Beginn des Jahres 2016 ihre Krankenkasse gewechselt. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut GfK im Auftrag von Comparis. Die Experten gehen demnach von einer Wechselquote von 8,6 Prozent aus. Besonders wechselfreudig ist die junge Generation.

An der repräsentativen Umfrage im Dezember 2015 nahmen 4.000 volljährige Schweizer aller Altersklassen (18 bis 75 Jahre) teil. Schon seit 2012 erkundet Comparis die Wechselbereitschaft der Schweizer, die sich seit 2012 stets vergrößert hat.

Westschweizer wechselten am häufigsten

In diesem Jahr entschieden sich vor allem Westschweizer zu einer Kündigung ihrer Krankenkasse. Dies hängt vor allem mit den stark gestiegenen Prämien der Assura zusammen, die in der Region stark vertreten ist. Insgesamt wechselten 12 Prozent der Westschweizer ihre Krankenkasse, während Deutschschweizer und Tessiner mit 8 Prozent seltener von einer Kündigung Gebrauch machten. Dies ist in der Grundversicherung ein Mal jährlich bis zum Ablauf des Novembers möglich. Bei einer ordentlichen Franchise (300 Franken) ist ferner auch eine Kündigung zur Jahresmitte möglich – allerdings mit einer Frist von drei Monaten.

Die aktuelle Umfrage zeigt außerdem, dass Senioren ihrer Krankenkasse fast immer die Treue halten. Nur 3 Prozent aus der Altersgruppe zwischen 61 und 75 Jahren entschied sich zu einem Wechsel. Die Quote war unter den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren gleich fünf Mal so hoch (15 Prozent).

Großes Einsparpotential für alle Altersgruppen

Viele Schweizer aus allen Altersgruppen können durch einen Wechsel der Krankenkasse die Kosten deutlich reduzieren. Beispielsweise kostet die Grundversicherung für Zürcher Städter bei der Supra Lausanne 640 Franken pro Monat. Die Assura Pully berechnet für die identischen Leistungen lediglich 380 Franken. Pro Jahr können also im besten Fall 3.120 Franken pro Jahr eingespart werden.

Auch in anderen Regionen und bei den Krankenversicherungen von jungen Erwachsenen und Kindern ist das Einsparpotential keinesfalls klein. Ersparnisse von mehreren hundert Franken oder einem vierstelligen Betrag pro Jahr sind keine Seltenheit, sondern die Regel.

Hohe Franchise nicht ohne Risiko

Darüber hinaus können Schweizer die Kosten für ihre Krankenkasse durch die Franchise und das Modell selbst beeinflussen. Eine hohe Franchise von 2.500 Franken ermöglicht Ersparnisse von über einem Drittel der Prämien. Zudem können Arbeitnehmer in der Regel auf die Unfalldeckung verzichten. Wer sich für eine hohe Franchise entscheidet, trägt aber bei hohen Gesundheitsausgaben das Risiko, stärker an den Kosten beteiligt zu werden.

Alternative Modelle zur Grundversicherung können die Beiträge für die Krankenkasse weiter reduzieren. Wer auf die freie Arztwahl verzichtet, kann mit dem Hausarzt- oder HMO-Modell üblicherweise zwischen 3 und 17 Prozent sparen. Im Gegenzug verpflichten sich Mitglieder, zu Erst einen bestimmten Arzt beziehungsweise ein spezielles Gesundheitszentrum aufzusuchen.


Bild: © electriceye – fotolia.com

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