Ende der stabilen Krankenkassenprämien ab 2015

Ende der stabilen Krankenkassenprämien ab 2015

Ende der stabilen Krankenkassenprämien ab 2015

Anfang des kommenden Jahres 2015 steuern die schweizerischen Krankenkassenversicherer erstmals seit mehreren Jahren wieder auf eine merklich spürbare Erhöhung der Krankenkassenprämien zu. Dabei müssen sich die Konsumentinnen und Konsumenten bei ihrer Finanzplanung auf eine Teuerungsrate von durchschnittlich vier Prozent einstellen. Bei der das elterliche Budget ohnehin strapazierenden Gruppe der Jugendlichen sind es gar 4,4 Prozent. Dies bedingt durchschnittliche Mehrkosten von knapp 16 Franken pro Familienmitglied, unabhängig von dessen Alter und Geschlecht. Interkantonal können die Unterschiede freilich beträchtlich sein. So muss sich etwa die Nidwaldner Bevölkerung auf eine Erhöhung von über sieben Prozent einstellen, während eine Berner Familie eine Prämienerhöhung von moderaten 2,7 Prozent erwartet.

Nach Einschätzung von Bundesrat Alain Berset ist dies keine vorübergehende Erscheinung. Vielmehr werde sich diese Entwicklung aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung sowie des medizinischen Fortschritts in den nächsten Jahren sicherlich fortsetzen. So positiv diese Entwicklung einerseits sei, verteilten sich die damit verbundenen Mehrkosten, insbesondere der in die Jahre kommenden „Baby-Boomer“, doch auf immer weniger Beitragszahler.

Schweizer mehrheitlich treue Kundschaft

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Loyalität der Bevölkerungsmehrheit gegenüber ihren Krankenkassen. Knapp acht Prozent der Versicherungsnehmer, es sind dies mehrheitlich junge und gesunde Arbeitnehmer, suchen sich als Reaktion auf den Preisanstieg im Herbst eines jeden Jahres einen neuen Anbieter. Dies entspricht ungefähr 700.000 Versicherten, welche sich auch dieses Jahr wieder auf die Suche nach einer günstigeren Krankenkasse begaben. Bei näherer Betrachtung dieser doch stattlichen Zahl verwundert das teilweise recht aggressive Werben mancher Anbieter nach neuer, vorzugsweise junger und damit kostengünstiger Kundschaft nicht weiter.

Der Löwenanteil der Versicherten jedoch zeigt sich, trotz aller berechtigter Kritik im Einzelfall, mit seiner Versicherungsgesellschaft zufrieden. Zuweilen geben Befragte auch zu, den mit einem Wechsel verbundenen, nicht unerheblichen Verwaltungsaufwand zu scheuen. Dieses Phänomen ist umso erstaunlicher, da bekanntermaßen sämtliche Krankenkassen verpflichtet sind, in ihrer Grundversicherung denselben, vom Bundesrat reglementierten, Leistungskatalog anzubieten.

So nehmen zahlreiche Mitglieder gerne auch die von den Versicherern selbst angebotenen Prämiensparmöglichkeiten wie beispielsweise das Hausarzt- oder Telemedizinmodell oder auch eine Franchiseerhöhung an. Immerhin lassen sich auf diese Weise die monatlichen Prämien um knapp 20 Prozent senken.

Schmerzgrenze für Krankenkassen Wechsel liegt bei über fünf Prozent

Die marktanalytischen Beobachtungen und Bevölkerungsbefragungen der vergangenen Jahre machen deutlich, dass der aktuelle Preisanstieg die Schmerzgrenze des Durchschnittsschweizers noch nicht erreicht. Offensichtlich bestätigt sich der legendäre schweizerische Konservatismus, das Festhalten an Bewährtem, auch in der Wechselbeziehung zwischen den Kunden und ihren Krankenversicherungen.

Für die schweizer Bevölkerung liegt die finanzielle Schmerzgrenze erst bei einer Prämienerhöhung von deutlich über fünf Prozent. Erst bei dieser Marge können preiswertere Anbieter spürbare Zuwächse, welche teilweise in den zweistelligen Bereich reichen, verbuchen. So wechselten vor einigen Jahren, als die Beiträge um neun Prozent stiegen, innerhalb weniger Wochen fünfzehn Prozent der Versicherungsnehmer in eine preiswertere Krankenkasse. In der Folge wird interessanterweise auch eine unmittelbar sich anschließende Teuerung beim neuen Anbieter stillschweigend toleriert.

Diese Vergleichszahlen belegen deutlich, dass die meisten Versicherten den mit einer Kündung der Krankenkasse verbundenen, doch nicht unerheblichen administrativen Aufwand nicht leichtfertig und übereilt vollziehen. Ein Wechsel des Anbieters wird lediglich als Notlösung zur Umgehung einer unmittelbar bevorstehenden unverhältnismäßigen finanziellen Belastung erwogen.

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