Grundversicherung: Rabatte für hohe Franchise sinken ab 2017

Franchise steigt ab 2017

Der Bundesrat strebt bis zum 1. Januar 2017 eine Reform der Wahlfranchisen an. Nicht nur soll die Auswahlmöglichkeiten verringert werden, gleichzeitig sinken auch die Rabatte für Versicherte mit einer hohen Franchise. Rund 650.000 Eidgenossen, in erster Linie junge und fitte Schweizer, müssen daher schon ab 2017 mit höheren Prämien rechnen. Zunächst dauert die Anhörung zur Verordnungsänderung noch bis zum 12. November 2015 im Bundesrat an. Eingeführt werden sollen die Änderung zum 1. Januar 2017.

Die Franchise ist ein Höchstbetrag, den Kunden in der Grundversicherung zusätzlich zu den monatlichen Beiträgen zu 100 Prozent selbst zahlen müssen. Dazu kommt ein Selbstbehalt von 10 Prozent und bis zu 700 Franken pro Jahr, wenn die Franchise „aufgebraucht“ ist. Die Franchise ist üblicherweise auf 300 Franken pro Jahr festgelegt, kann aber durch den Versicherten erhöht werden. Durch eine hohe Franchise können die Krankenkassenprämien gesenkt werden, was sich aber nur bei vergleichsweise geringen Behandlungskosten bezahlt macht. Eine sehr hohe Franchise ist daher in der Regel insbesondere für junge und fitte Eidgenossen interessant.

Nur noch drei statt fünf Wahlfranchisen für Erwachsene

Mit den Plänen des Bundesrats zu einer Verordnungsänderung verlieren hohe Franchisen nun allerdings deutlich an Lukrativität. Gestrichen werden sollen die Franchisen 1.000 und 2.000 CHF, so dass Erwachsene künftig neben der 300-er-Franchise nur noch die Wahlmöglichkeiten 500, 1.500 und 2.500 CHF offenbleiben. Als Grund für die Streichung führt der Bundesrat an, dass die beiden Franchisen kaum genutzt würden. Allerdings müssen sich bald sehr wahrscheinlich immerhin 590.000 Bürger und damit 9 Prozent aller erwachsenen Schweizer anders entscheiden.

Auch die Kinder sind von den geplanten Änderungen der Grundversicherung betroffen: Neben der ordentlichen Franchise von 0 Franken sollen künftig nur noch die Optionen 400 und 600 Franken zur Verfügung stehen. Gestrichen werden sollen hier allerdings eher die niedrigen Franchisen 100, 200 und 300 mit der Ausnahme 500 CHF. Betroffen sind 65.000 Kinder, was 4 Prozent aller nicht volljährigen Schweizer entspricht.

Rabatt für höchste Franchise sinkt um mehr als 4.000 Franken

Darüber hinaus sollen die Rabatte für hohe Franchisen deutlich gesenkt werden. So sind keine Vergünstigungen mehr möglich, wenn bei einer Versicherungsgesellschaft viele Personen mit einem niedrigen Erkrankungsrisiko abgesichert sind. Stattdessen darf der Rabatt nur für Einsparungen gewährt werden, die aus höheren Prämien der Kunden resultieren. Auch der Versicherte kann die Rabatte aktiv beeinflussen, indem er weniger medizinische Leistungen beansprucht.

Vor allem bei einer sehr hohen Franchise sind die Auswirkungen erheblich. Beispielsweise wird der Rabatt bei der höchsten Franchise von 2.500 Franken nach Angaben des SRF von 1.540 auf 1.100 CHF reduziert. Weniger deutlich ist der Unterschied bei einer Franchise von 1.500 Franken: Hier sinkt der Rabatt von 840 auf 720 CHF. Einzig der Rabatt bei niedrigsten Wahlfranchise von 500 Franken bleibt bestehen und beträgt auch in Zukunft 140 CHF. Die Anpassung der Franchise könnte ebenfalls die Krankenkassenprämien 2017 weiter steigen lassen.

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