„Sport statt Tabletten“: Fitnessabo künftig auf Kosten der Kasse?

Junge Frau entspanntIn den letzten Tagen ist in Luzern die eidgenössische Volksinitiative „Ja zur Bewegungsmedizin“ gestartet. Hinter dem Projekt steht der Schweizerische Fitness- und Gesundheitscenter Verband (SFGV), der sich die Anerkennung von Fitnesstrainings als Medikamenten- beziehungsweise Therapieform für die gesetzliche Grundversicherung zum Ziel gesetzt hat. Ebenso sollen Kraft- und Ausdauertraining in den obligatorischen Leistungskatalog der Krankenpflegeversicherung aufgenommen werden. Damit dieses Vorhaben erreicht wird, müssen in den kommenden 18 Monaten 100.000 Schweizer ihre Unterschrift unter die Initiative setzen. Zunächst muss die Initiative jedoch erst offiziell bei der Bundeskanzlei eingegeben werden.

Der SFGV schreibt in einer Mitteilung, dass die Idee und der Verbreitung von nichtübertragbaren Ziviliationskrankheiten entgegenwirken soll. Durch die Maßnahme würden mehr Schweizer Fitnesseinrichtungen nutzen. Dadurch würden Übergewicht, Kreislauferkrankungen und bestimmte psychische Leiden bereits vorbeugend bekämpft. Der Vorschlag fördere also einen gesunden Lebensstil und führe laut SFGV auf lange Sicht dazu, dass weniger Menschen an vermeidbaren Behinderungen leiden und an nichtübertragbaren Krankheiten sterben. Dieser Grundsatz soll nach dem Willen der Initiatoren auch in die Verfassung aufgenommen werden.

Der SGGV wurde im Jahr 1994 gegründet. Heute gehören dem Dachverband 280 Mitglieder in der Deutsch- und Westschweiz und im Tessin an. Kritiker der Initiative werfen dem Verband Eigennutz und Geschäftemacherei vor und verweisen auf drastisch steigende Krankenkassenprämien, falls Fitnessabos tatsächlich mit in den Leistungsumfang der obligatorischen Krankenkasse aufgenommen werden sollten. Befürworter entgegen, dass mehr als 60 Prozent der Volkskrankheiten wie Übergewicht oder Bluthochdruck durch Bewegungsmangel entstehen. Die Prämien würden zu wenig für die Prävention von solchen Erkrankungen, sondern fast ausschließlich für die Behandlung im Krankheitsfall genutzt. Das führe dazu, dass die Beiträge für die Grundversicherung seit Jahren ansteigen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 2,67 out of 5)
Loading...

Comments are closed.