Zusatzversicherung kündigen und problemlos wechseln

Grundversicherung und freiwillige Zusatzversicherungen sind miteinander verbunden und können daher auch bei unterschiedlichen Krankenkassen abgeschlossen werden. Wer seiner Krankenkasse kündigen will, kann daher seine zusätzliche Police bei dem alten Versicherer behalten. Umgekehrt kann man die Zusatzversicherung kündigen, ohne seine Grundversicherung aufzugeben.

Zusatzversicherung kündigen Schweiz

Auch bei den Kündigungsfristen wird deutlich, dass es sich um zwei eigenständige Versicherungen handelt. Während die Termine zur Kündigung der Krankenversicherung gesetzlich verordnet sind, richtet sich die Kündigung der Zusatzversicherung nach den jeweiligen privat festgelegten Versicherungsbedingungen. Daher gibt es innerhalb der Branche keine einheitlichen Regelungen – vielmehr können alle Schweizer ihre Zusatzversicherung erst nach einem genauen Blick in den Vertrag kündigen.

In der Regel kann der Vertrag zwar Ende September beendet werden, doch darauf können sich nicht alle Eidgenossen verlassen. Deshalb erklärt unsere Redaktion von oeffentliche-krankenkasse.ch, wie sich die Zusatzversicherung fristgerecht kündigen lässt und welche Anbieter besonders kundenfreundliche Regelungen haben.

Zusatzversicherung außerordentlich kündigen

Die Möglichkeit, die Zusatzversicherung außerordentlich zu kündigen, besteht nur bei einer Prämienerhöhung. Dies trifft nicht nur bei einer allgemeinen Erhöhung durch den Anbieter zu, sondern auch wenn der Versicherte in eine höhere Altersgruppe wechselt und dadurch höhere Beiträge zahlen muss. In beiden Fällen haben Sie ein Sonderkündigungsrecht, mit dem Sie den Vertrag nach den jeweils geltenden vertraglichen Bedingungen zum Ende des Kalenderjahres kündigen können. Dabei muss explizit auf die Prämienerhöhung als Grund für die Kündigung hingewiesen werden.

Ausschlaggebend für den Beginn der Kündigungsfrist ist immer der Tag, an dem die Erhöhung mitgeteilt wurde. Die Kündigungsfristen der verschiedenen Unternehmen varieren jedoch sehr stark. Im günstigsten Fall kann der Versicherte noch bis Ende November Einspruch einlegen, bei anderen Anbietern muss er bereits einige Monate bis zu einem halben Jahr zuvor aktiv werden. Hier hilft nur ein genauer Blick in die Allgemeinen Versicherungsbedingungen.

Zusatzversicherung ordentlich kündigen

Auch bei einer ordentlichen Kündigung der Zusatzversicherung gibt es gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherern. Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt, können einzelne Zusatzpolicen eine Mindestlaufzeit über mehrere Jahre mit einer halbjährigen Kündigungfrist aufweisen. Laut dem Portal Comparis ist dies sowohl bei der Assura und auch der Avenir der Fall.

Üblicherweise sind die Verträge jedoch flexibler gestaltet. In der Regel lässt sich die Zusatzversicherung nach einer Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Eine entsprechende Regelung haben laut Comparis unter anderem die Helsana-, Sanitas– und Visana-Gruppen sowie die Agrisano, Aquilana, Rhenusana sowie Sodalis verankert. Normalerweise reicht es also, bis zum Ende September zu kündigen, um im nächsten Jahr ordnungsgemäß zu einem neuen Zusatzversicher zu wechseln.

Als sehr flexibel erweist sich das Unternehmen Galenos. Die Zusatzpolice hat nicht nur die niedrigste Mindestlaufzeit von nur sechs Monaten, sondern auch zwei verschiedene Termine für die Kündigung. Zum einen lässt sich der Vertrag wie bei der Konkurrenz zum Ende des Jahres beenden, zum anderen kann der Kunde die Zusatzversicherung auch zur Mitte des Jahres, also Ende Juni, kündigen.

Zusatzversicherung formal richtig kündigen

Wer sich über den richtigen Zeitpunkt für die Kündigung informiert hat, sollte sich mit den Formalitäten ruhig mindestens eine Woche früher auseinandersetzen. Der Vertrag kann nicht mündlich beendet werden. Entscheidend für die Gültigkeit der Kündigung ist nämlich der Posteingang, also der Tag, an dem das Schreiben bei der Versicherung eingeht. Damit bei der Kündigung nichts schief geht, muss der Brief folgende Punkte erfüllen:

  1. schriftliche Kündigung per Einschreiben als Nachweis
  2. eigene Adresse und Adresse der Krankenversicherung
  3. Name der Zusatzversicherung und ggf. Kennzeichen
  4. gewünschtes Kündigungsdatum oder der Term „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“
  5. Datum und Unterschrift dürfen nicht fehlen
  6. Hinweis, dass die Kündigung bestätigt werden soll

Ein besonderer Grund muss nur bei einer außerordentlichen Kündigung genannt werden. Hier bietet die Schweizer Eidgenossenschaft ein Musterformular an, dass somit von Bund, Kantonen und Gemeinden auf seine Richtigkeit überprüft worden ist. Mit einem solchen Musterbrief lässt sich die Zusatzversicherung in wenigen Minuten einwandfrei kündigen.

Kündigung der Zusatzversicherung bei Wechsel der Krankenkasse

Probleme entstehen für viele Eidgenossen, wenn sie ihre Grundversicherung kündigen. Hier herrscht einige Unklarheit, ob die Zusatzversicherung behalten werden darf beziehungsweise wie eine Police beim neuen Anbieter abgeschlossen werden kann.

Jeder Bürger hat das Recht, seine Zusatzversicherung auch dann zu behalten, wenn er die Grundversicherung kündigt. Eine Kündigung des Versicherers, die allein dem Wechsel der Grundversicherung geschuldet ist, ist also unrechtmäßig. Es darf auch kein Druck auf den Kunden ausgeübt werden, dass er die Zusatzversicherung von sich aus beendet.

Aufpassen müssen die Versicherten vor allem dann, wenn sie die Zusatzversicherung bei dem Versicherer abschließen möchten, bei dem sie nach ihrem Wechsel nun bereits grundversichert sind. Anders als bei der obligatorischen Krankenversicherung dürfen Unternehmen Kunden von einer freiwilligen Zusatzpolice ausschließen. Auch schlechtere Konditionen aufgrund eines fortgeschrittenen Alters oder eines schlechteren Gesundheitszustands sind denkbar. Daher sollten Sie ihre alte Zusatzversicherung immer erst kündigen, wenn die neue Krankenkasse die Aufnahme in eine neue freiwillige Police bestätigt. Wichtig ist auch, bei der Gesundheitsprüfung alle Angaben wahrheitsgemäß auszufüllen. Bei inkorrekten oder unvollständigen Antworten können Versicherer auch im Nachhinein noch Verbehalte anbringen. Wenn Sie sich für eine neue Zusatzpolice interessieren, lesen Sie auch unseren Beitrag zum Thema beste Zusatzversicherung.

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