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Wenn Sie in der Schweiz wohnen, sind Sie verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse zu versichern. Dabei können Sie sich zwischen zahlreichen Versicherern entscheiden. Das hat für Sie den Vorteil, dass Sie jederzeit zu einer Kasse wechseln können, bei der Sie nicht zu hohe Prämien bezahlen. Insbesondere zum Jahreswechsel wählen viele Schweizerinnen und Schweizer eine neue Krankenkasse und vermeiden auf diese Weise unnötige Ausgaben.

Aktuelle Krankenkassenprämien für 2018

Die Krankenkassenprämien für das Jahr 2018 wurden vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am 28. September veröffentlicht.

Im Jahr 2018 bezahlen Schweizerinnen und Schweizer demnach im Schnitt 4,0 Prozent mehr für ihre Grundversicherung als noch im Vorjahr. Kinder zahlen sogar 5,0 Prozent mehr. Somit ist der Anstieg der Prämien höher als zuvor erwartet, was mit den niedrigeren Reserven einiger Krankenkassen begründet wird. Daher empfiehlt sich für alle Versicherten, mittels des Krankenkassenrechners zu überprüfen, ob eine andere Krankenkasse ihnen günstigere Prämien bietet.

Gesundheitswesen und Krankenkassen in der Schweiz

In der Schweiz herrscht eine Krankenversicherungspflicht, welche für alle hier wohnhaften Personen gilt. Wer seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt, muss sich innerhalb der ersten drei Monate nach Ankunft bei einer Krankenkasse versichern.
Die Versicherungspflicht gilt allerdings nur für die Grundversicherung. Wenn Sie Ihren Versicherungsschutz erweitern und mehr Leistungen in Anspruch nehmen wollen, können Sie zudem freiwillig eine Zusatzversicherung abschliessen.

Die obligatorische Grundversicherung in der Schweiz

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) schreibt vor, dass Sie eine obligatorische Grundversicherung abschliessen müssen. Diese Grundversicherung deckt grundlegende medizinische Leistungen bei Krankheit, Unfall und Mutterschaft ab. Die Leistungen sind gesetzlich geregelt und bei allen Krankenkassen einheitlich. Gerade deshalb ist ein Krankenkassenvergleich so wichtig. Denn im Gegensatz zu den Leistungen unterscheiden sich die Beiträge teils stark, sodass Sie abhängig von der Krankenkasse für die gleichen Leistungen unterschiedlich hohe Prämien bezahlen.

Wenn Sie jetzt schon Ihr Sparpotenzial berechnen und eine günstigere Krankenkasse finden wollen, nutzen Sie bitte den Krankenkassenrechner.

Leistungen der obligatorischen Grundversicherung

Die obligatorische Grundversicherung deckt Ihre grundlegende gesundheitliche Versorgung ab. Darunter fallen Kosten für die Behandlung und Arzneimittel im Krankheitsfall und nach Unfällen. Darüber hinaus werden Leistungen bei Entbindung und Abtreibung erbracht. Zahnarztkosten übernimmt die Krankenkasse im Rahmen der obligatorischen Grundversicherung in der Regel nicht.

Die anfallenden Kosten für Behandlungen und weitere Leistungen müssen vorerst aus eigener Tasche bezahlt werden. Ihre Krankenkasse erstattet Ihnen die Ausgaben später zurück, sofern sie zu den gesetzlich geregelten Leistungen gehören. Allerdings sind nicht die gesamten Kosten durch die Krankenkasse gedeckt. Als versicherte Person übernehmen Sie einen Teil der Kosten, welcher sich aus dem gesetzlich vorgeschriebenen Selbstbehalt sowie der individuell wählbaren Franchise zusammensetzt, selbst.

Franchise bei der Krankenversicherung

Die Franchise bezeichnet einen jährlichen Fixbetrag. Bis zu diesem Betrag müssen Sie die Kosten der ärztlichen Versorgung selbst übernehmen. Die Franchise beträgt für Erwachsene ab 18 Jahren mindestens 300.- Franken pro Jahr. Versicherungsnehmer haben die Möglichkeit, die Franchise freiwillig zu erhöhen und dadurch die Versicherungsprämien zu reduzieren. Für Kinder und Jugendliche ist eine Franchise nicht vorgeschrieben.

Selbstbehalt bei der Krankenversicherung

In der Schweiz bezahlen Krankenversicherte grundsätzlich zehn Prozent der Behandlungskosten selbst. Für Medikamente, die Sie durch zugelassene günstigere Generika ersetzen könnten, fallen häufig 20 Prozent Selbstbehalt an. Allerdings ist die Höhe des Selbstbehalts gedeckelt. Während die Jahresobergrenze für Erwachsene bei 700.- Franken liegt, beträgt der Selbstbehalt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre maximal 350.- Franken pro Jahr. Für Schwangere gilt eine Ausnahmeregelung. Zwischen der dreizehnten Schwangerschaftswoche und der neunten Woche nach der Geburt wird kein Selbstbehalt fällig.

Welche Krankenversicherung abschliessen?

Grundsätzlich können Sie Ihre Krankenkasse frei wählen. Sie muss lediglich in dem Kanto aktiv sein, in dem Sie wohnen.

Ist eine Krankenversicherung beispielsweise in der gesamten Schweiz ausser dem Kanton Luzern aktiv, können Sie sich bei diesem Anbieter nicht versichern, wenn Sie im Kanton Luzern wohnhaft sind.

Die Krankenkasse übernimmt in der Regel nur die Kosten medizinischer Behandlungen, welche im Wohnkanton des Versicherungsnehmers erbracht werden. Sollte eine Behandlung jedoch aus medizinischen Gründen ausserhalb des Wohnkantons durchgeführt werden müssen, übernimmt die Krankenkasse auch dann die Kosten. Das ist beispielsweise nach einem schweren Unfall oder einem akuten Herzinfarkt der Fall.

 

Wie werden die Krankenkassenbeiträge berechnet?

Die Krankenkassenbeiträge, auch Prämien genannt, bezahlt jeder Versicherte selbst. Die Höhe der Prämien ist den Krankenkassen, abgesehen von einigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, selbst überlassen. Was eine Krankenversicherung kostet, lässt sich demnach nicht pauschal beantworten, zumal die Beitragshöhe von vielen Faktoren beeinflusst wird.

Je nach Kanton oder Prämienregion (Regionen mit eigener Prämienregelung innerhalb grosser Kantone werden Prämienregion genannt) kann die gleiche Krankenversicherung unterschiedlich viel kosten. Hinzu kommen Faktoren wie das Alter, das Einkommen und der Familienstand. Wer sich keine Krankenkasse leisten kann, hat die Möglichkeit, in seinem Kanton eine Prämienverbilligung zu beantragen.

Die Höhe der monatlichen Prämien können Sie durch Ausschlüsse bestimmter Versicherungsleistungen senken. Ebenso führt eine höhere Franchise zu geringeren monatlichen Prämien. Viele Versicherungen bieten zudem ein Hausarztmodell und andere Versicherungsmodelle an. Beim Hausarztmodell verzichten Sie zwar auf die freie Arztwahl, jedoch sinken die Beiträge. Der Hausarzt kann im Einzelfall entscheiden, ob er die Behandlung durchführt oder ob ein Facharzt zu konsultieren ist.

Welche Krankenkassen gibt es?

Es gibt derzeit über 60 Krankenkassen in der Schweiz, welche in unterschiedlichen Kantonen aktiv sind. Zwar sind die Leistungen bei allen Anbietern per Gesetz gleich, preislich gibt es jedoch grosse Unterschiede. Das belegen die kantonalen Durchschnittsprämien, die jährlich durch das BAG veröffentlicht werden. Auch Kleinkinder müssen versichert werden. Anders als in Deutschland oder Österreich gibt es keine Familienversicherung.

Die Prämie der obligatorischen Krankenversicherung bemisst sich nur nach Kanton oder Prämienregion. Innerhalb dieses Gebiets ist der Beitrag bei einer bestimmten Krankenkasse für alle Versicherten einheitlich.

Beste Krankenkasse finden

Wenn Sie Ihre Krankenkasse wechseln wollen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die günstigste und beste Variante zu finden. Neben den Empfehlungen von Freunden und Bekannten können auch Testergebnisse herangezogen werden. In regelmässigen Abständen untersuchen unterschiedliche Institutionen zahlreiche Krankenkassen und können vor allem die Prämienstabilität der einzelnen Kassen gut bewerten. Darüber hinaus hilft Ihnen eine kostenlose Offerte bei der Suche nach einer günstigen Krankenkasse.

Zusatzversicherungen

Versicherungsanträge für die obligatorische Grundversicherung dürfen von den Krankenkassen nicht abgelehnt werden. Anders ist es jedoch bei den Zusatzversicherungen. Hier ist es den Krankenkassen freigestellt, wen sie zu welchen Konditionen versichern.

Mehr als vier von fünf der in der Schweiz versicherten Personen greifen auf Zusatzversicherungen zurück. Versicherte sollten darauf achten, dass sie eine Absicherung wählen, die ihnen einerseits die gewünschten Leistungen bietet und die andererseits nicht zu teuer ist. Dabei sind folgende Varianten üblich:

 

Ambulante Zusatzversicherung

Hierbei werden mehrere Zusatzleistungen zusammengefasst, zum Beispiel:

  • psychotherapeutische Behandlungen,
  • die Übernahme von ansonsten nicht erstattungsfähigen Medikamenten und Hilfsmitteln,
  • Vorsorgemassnahmen,
  • Brillen und Kontaktlinsen,
  • Transport- und Rettungskosten sowie
  • Rechtsschutz zu Gesundheitsfragen.

Ungefähr die Hälfte der Schweizer macht von dieser zusätzlichen Absicherung Gebrauch.

Spitalzusatzversicherung

Diese gliedert sich in mehrere Möglichkeiten:

  1. Mit einer freien Spitalwahl in der ganzen Schweiz werden die Mehrkosten aufgefangen, sofern die Behandlung teurer ist als in einem Krankenhaus innerhalb des Wohnkantons. Informieren Sie sich, wie hoch die Kostensätze an Ihrem Wohnort sind. Grundsätzlich ist ein solcher Schutz in kleineren Wohnorten lohnenswerter als in Grossstädten wie Basel oder Zürich.
  2. Auch die freie Arztwahl sowie der Komfort bei einem Spitalaufenthalt können vertraglich geregelt werden. So ist es möglich, sich von einem Chefarzt behandeln zu lassen und entweder halbprivat in einem Zweibettzimmer oder privat in einem Einzelzimmer untergebracht zu werden, statt in einem Zimmer mit drei oder mehr Betten. Sollte das Spital überfüllt sein, ist es jedoch nicht garantiert, dass der Versicherte das gewünschte Zimmer erhält.

Die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer muss jedoch nicht zwingend mit der freien Arztwahl verbunden sein. Eine sogenannte Hotellerie-Versicherung ermöglicht einen erhöhten Zimmerkomfort ohne halbprivat oder privat versichert zu sein. Mit der flexiblen Spitalzusatzversicherung können Versicherte zudem vor Ort entscheiden, ob sie in einem Ein-, Zwei- oder Mehrbettzimmer schlafen möchten.

Zusatzversicherung für alternative Heilmethoden

Viele Heilmethoden sind in der obligatorischen Krankenversicherung bereits anerkannt. Wenn der gewünschte Heilpraktiker jedoch nicht auf der Therapeutenliste aufgeführt ist, kann sich eine zusätzliche Versicherung allenfalls lohnen.

Krankenkasse und Zusatzversicherung kündigen

Wenn Sie Ihre Krankenkasse wechseln möchten, müssen Sie sich an bestimmte Fristen halten. Dabei unterscheiden sich die gesetzlichen Kündigungsfristen der Grundversicherung von den Fristen der Zusatzversicherungen. Zudem sind beide Versicherungen unabhängig voneinander. Auf oeffentliche-krankenkasse.ch finden Sie alle wichtigen Informationen, die Sie benötigen, wenn Sie Ihre bisherige Krankenkasse kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln wollen.

Obligatorische Krankenkasse für Zuwanderer

Die Grundversicherung bei einer Schweizer Krankenkasse ist auch für Zuwanderer obligatorisch und muss innerhalb von drei Monaten nach Ankunft abgeschlossen werden. Zudem ist ein reibungsloser Übergang des Versicherungsschutzes zwischen der alten und neuen Heimat wichtig. Die Redaktion von oeffentliche-krankenkasse.ch klärt auf, wie der Wechsel in die Schweizer Krankenkasse für Zuwanderer gelingt und wie dabei Geld gespart werden kann.

Frist für Zuwanderer

Zuwanderer haben drei Monate Zeit, um sich bei einer Schweizer Krankenkasse in der sogenannten Grundversicherung zu schützen. Diese Frist beginnt mit der Ankunft im Land, also auch für Personen, die noch keine gültige Aufenthaltsgenehmigung haben. Das ist im Schweizer Krankenversicherungsgesetz (KVG) festgelegt und gilt für alle Mitglieder aus der Familie. Jede Person muss in der Grundversicherung einzeln versichert sein, eine Absicherung für die ganze Familie ist nicht möglich. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind jedoch geringe Beitragssätze vorgesehen. Wer sich als Zuwanderer nicht innert drei Monaten bei der Krankenkasse anmeldet, wird von der ortsansässigen Behörde einer beliebigen Krankenkasse zugeteilt. Das hat den Nachteil, dass Versicherungsnehmer dadurch unter Umständen höhere Prämien für einen gleichwertigen Schutz bezahlen.

Bis zur Aufnahme in eine Schweizer Krankenkasse empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz in der alten Heimat beizubehalten. So lassen sich in Ruhe alle Formalitäten regeln. Allerdings sollte mit der früheren Versicherung geklärt werden, wie lange die Krankenkasse für Zuwanderer in der Schweiz Bestand hat.

Krankenkasse muss jeden Zuwanderer aufnehmen

Die Krankenkasse in der Schweiz ist stark reglementiert: Niemand darf vom Versicherungsschutz der Grundversicherung ausgeschlossen werden und die Leistungen sind für alle einheitlich. Das gilt auch für Zuwanderer. Die Krankenkasse bezahlt für ambulante Behandlungen in der Arztpraxis und die stationäre Krankenpflege im Spital. Ebenso erstattet die Kasse anerkannte Medikamente, die Krankenpflege daheim im sogenannten Spitex, Laboruntersuchungen, medizinisch notwendige Transporte und Präventionsmassnahmen.

Krankenkasse für Grenzgänger

Wenn Sie eine Arbeit in der Schweiz aufnehmen, jedoch Ihren Wohnsitz weiter im Ausland behalten, sind Sie ebenfalls versicherungspflichtig. Eine gleich- oder höherwertige Auslandskrankenversicherung entbindet prinzipiell nicht von der Pflicht, sich in der Schweiz zu versichern. Diese Regel für Grenzgänger gilt für den EU- und EFTA-Raum, also unter anderem für Pendler aus Deutschland oder Österreich.

In den ersten drei Monaten besteht durch das bilaterale Abkommen aus dem Jahr 2002 für Grenzgänger aus EU-Ländern ein Optionsrecht. Das heisst, dass Sie selbst wählen können, ob sie die Schweizer Grundversorgung nutzen oder weiterhin an ihrem Wohnort versichert bleiben möchten. Diese Option setzt voraus, dass die heimische Krankenkasse auch für anfallende Kosten in der Schweiz aufkommt. Als Grenzgänger müssen Sie dabei von sich aus aktiv werden: Verstreicht das Optionsrecht, werdem Sie nach drei Monaten automatisch einer beliebigen Krankenkasse zugeordnet.

Die Initiative für eine öffentlich-rechtliche Krankenkasse in der Schweiz ist knapp gescheitert. Unter dieser Domain befand sich damals der Internetauftritt der Initiative. Jetzt entsteht hier ein grosses Informationsportal über das Schweizer Krankenkassensystem.

Hier finden Sie einige Artikel zur Volksabstimmung über eine öffentliche Krankenkasse:

http://www.politnetz.ch/abstimmungen/2014-09-28/999/offentliche-krankenkasse