Durch die gesetzlich vorgeschriebene Grundversicherung werden alle Einwohner der Schweiz im Krankheitsfall gleich behandelt. Doch trotz der einheitlichen Leistungen sind die Prämien der Krankenkassen je nach Anbieter unterschiedlich hoch. Mit der Franchise legen Sie fest, bis zu welcher Höhe Sie die Kosten im Krankheitsfall selbst übernehmen.

Wenn Sie sich für eine hohe Franchise entscheiden, profitieren Sie von einer tieferen Krankenkassenprämie, während eine tiefe Franchise wiederum eine höhere monatliche Prämie zur Folge hat. Jahr für Jahr stehen Versicherte daher vor der Frage, welche Franchise für sie optimal ist. Das Team von oeffentliche-krankenkasse.ch veranschaulicht Ihnen daher, wie Prämie, Franchise und Selbstbehalt zusammenhängen.

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Höhe der Franchise: Von CHF 300.- bis CHF 2.500.-

Nach den gesetzlichen Vorschriften gibt es für Versicherte ab 18 Jahren sechs verschiedene Auswahlmöglichkeiten für die Franchise:

  • CHF 300.-
  • CHF 500.-
  • CHF 1.000.-
  • CHF 1.500.-
  • CHF 2.000.-
  • CHF 2.500.-

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist keine Franchise vorgeschrieben. Freiwillig können Sie allerdings eine Franchise in der Höhe von CHF 100.-, CHF 200.-, CHF 300.-, CHF 400.-, CHF 500.- oder CHF 600.- wählen, um die Versicherungsprämie zu senken. Beachten Sie, dass die Krankenkassen nicht verpflichtet sind, alle Abstufungen anzubieten. Manche Anbieter lassen beispielsweise bei unter 18-Jährigen die ungeraden Zahlen aus.
Darüber hinaus gilt ein Selbstbehalt von zehn Prozent für alle Kosten, welche die Franchise übersteigen. Allerdings ist der Selbstbehalt durch eine Obergrenze gedeckelt, welche für Erwachsene bei 700.- Franken und für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bei 350.- Franken pro Jahr liegt.

Für schwangere Frauen gilt seit März 2014 im Bezug auf Franchise und Selbstbehalt eine Ausnahmeregelung: Die Selbstbeteiligung entfällt ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zur 8. Woche nach der Geburt.

Wie viel Rabatt ist mit der Franchise möglich?

Abhängig davon, für welche Franchise Sie sich entscheiden, gewähren die Krankenkassen einen unterschiedlich hohen Rabatt. Allerdings ist dieser gesetzlich gedeckelt. Bei Kindern und Jugendlichen sind maximal CHF 420.- Prämienrabatt bei einer Franchise von CHF 600.- möglich, beziehungsweise CHF 70.- bei einer Wahlfranchise von CHF 100.-. Erwachsene sparen mehr als CHF 1’500.-, wenn sie bereit sind, im Krankheitsfall bis zu CHF 2’500.- selbst zu bezahlen.

Voraussichtlich ab 2019 müssen Sie sich jedoch auf neue Prämienrabatte einstellen. Denn der Bundesrat hat beschlossen, die Rabatte bei hohen Franchisen zu reduzieren und sie gleichzeitig bei tiefen Franchisen zu erhöhen. Unter 18-Jährige erhalten beispielsweise eine Verbilligung von nur noch CHF 360.- bei einer Wahlfranchise von CHF 600.-. Liegt sie bei CHF 100.-, dürfen die Krankenkassen einen maximalen Prämienrabatt von CHF 85.- im Jahr gewähren. Das entspricht einem Plus von CHF 15.-.

Für Erwachsene ändern sich die Prämienrabatte wie folgt:

Franchise in CHFMaximalrabatt in CHF bis 2018Ab 2019
500.-140.-160.-
1’000.-490.-490.-
1’500.-840.-720.-
2’000.-1’190.-935.-
2’500.-1’540.-1’100.-

Unterschied zwischen Versicherungsprämie, Selbstbehalt und Franchise

Das folgende Beispiel verdeutlicht Ihnen, wie Versicherungsprämie, Franchise und Selbstbehalt zusammenhängen.

Herr Meyer hat eine Franchise von CHF 1’000.- gewählt und bezahlt eine Krankenkassenprämie von monatlich CHF 307.60. Auf das Jahr gerechnet fallen für ihn somit CHF 3’691.20 an, die er an seine Krankenkasse bezahlt. Nun wird Herr Meyer aufgrund eines Unfalls ins Spital eingeliefert. Die dortigen Behandlungskosten belaufen sich auf CHF 5’000.-. Von diesen übernimmt er CHF 1’000.- aufgrund der gewählten Franchise selbst. Diese ist damit für das komplette Kalenderjahr aufgebraucht.

Für die übrigen Kosten wird ein Selbstbehalt von zehn Prozent fällig. Das bedeutet, von den verbleibenden Arzt- und Medikamentenkosten in Höhe von CHF 4’000.- müssen noch einmal CHF 400.- selbst getragen werden. Die Selbstbeteiligung liegt somit bei insgesamt CHF 1’400.-.

Kurz vor dem Jahresende steht eine Operation am Knie an. Der Eingriff kostet CHF 4’000.-. Da die Franchise in diesem Jahr durch Herrn Meyer bereits vollständig bezahlt wurde, fällt nun lediglich der Selbstbehalt in der Höhe von zehn Prozent an, also CHF 400.-. Da dieser jedoch generell auf CHF 700.- pro Jahr limitiert ist und bereits CHF 400.- durch den unfallbedingten Spitalaufenthalt beglichen wurden, bleiben nur noch CHF 300.-, die Herr Meyer beisteuern muss.

Optimale Auswahl der Franchise

Für die Auswahl der richtigen Franchise ist es für Sie ratsam, Ihre Krankheitskosten des vergangenen Jahres, Ihre aktuelle gesundheitliche Verfassung und Ihren zu erwartenden Gesundheitszustand in den nächsten Monaten zu berücksichtigen. Natürlich ist eine zuverlässige Gesundheitsprognose im Voraus nicht möglich, sodass die Auswahl der Franchise mit der Annahme einhergeht, dass es Ihnen im kommenden Jahr gesundheitlich gut geht.

Generell gilt: Gehen Sie von niedrigen Krankheitskosten aus, ist eine hohe Franchise die richtige Wahl. Bei hohen erwarteten Krankheitskosten, beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen, welche regelmässige Arztbesuche unvermeidbar machen, ist eine tiefe Franchise empfohlen.

Die folgende Tabelle stellt die jährlichen Kosten bei Krankheit in Abhängigkeit von der Franchise dar. Die Versicherungsprämien stammen von einer der grössten Krankenkassen in der Schweiz, der Assura. Der Modellkunde ist 30 Jahre alt, lebt in Zürich und wünscht sich eine Grundversicherung mit Unfalldeckung.

Beispielrechnung Franchise, alle Beiträge in CHF (Stand 2017, gemäss BAG)

FranchiseKrankheitskosten 0,-
(nur Franchisebeiträge)
Krankheitskosten
1’000,-
Krankheitskosten
3’000,-
Krankheitskosten
5’000,-
Krankheitskosten
> 9’500,-
3005’142,-5’512,-5’712,-5’912,-6’142,-
5005’003,-5’553,-5’753,-5’953,-6’203,-
1’0004’652,-5’652,-5’852,-6’052,-6’352,-
1’5004’302,-5’302,-5’952,-6’152,-6’502,-
2’0003’953,-4’953,-6’053,-6’253,-6’653,-
2’5003’602,-4’602,-6’152,-6’352,-6’802,-

Die Übersicht zeigt, dass Sie Ihre Krankenkassenprämie mit der höchsten Franchise zwar deutlich reduzieren können, bei teuren Behandlungen jedoch schnell draufzahlen. Wenn Sie sich für einen hohe Franchise entschieden haben, ist es entsprechend sinnvoll, kleine Reserven zur Seite zu legen, um plötzlich entstehende Behandlungskosten auffangen zu können.

In vielen Fällen lohnt sich für Menschen mit einer bestimmten Krankheitsvorgeschichte eine tiefe Franchise von CHF 300.-. Können Sie die Krankheitskosten im Vorfeld jedoch noch nicht einschätzen, sind Sie mit einer etwas höheren Franchise von CHF 1’000.- oder CHF 1’500.- gut abgedeckt. Im Vergleich zur Franchise in der Höhe von CHF 300.- kostet Sie die Prämie bei einer Franchise von CHF 1’000.- höchstens CHF 210.- mehr pro Jahr. Im günstigsten Fall sparen Sie jedoch CHF 490.-.

Die Franchise können Sie jeweils per 1. Januar des folgenden Kalenderjahres anpassen. Der Wechsel zu einer tieferen Franchise muss dabei bis zum 30. November beziehungsweise dem letzten Arbeitstag des Monats gemeldet werden. Ein Wechsel zu einer höheren Franchise kann hingegen noch bis zum letzten Arbeitstag des Jahres angezeigt werden. Entscheidend ist in beiden Fällen der Tag, an dem der Brief bei der Krankenkasse eintrifft.

Richtig vergleichen: Modelle und Franchise

Den Krankenkassenvergleich sollten Sie nicht nur auf Basis des Standard-Modells durchführen. Die meisten Krankenkassen bieten weitere Versicherungsmodelle an, mit denen Sie die Monatsprämien deutlich senken können.

Krankenkassenvergleich und Franchise

Die Höhe der Franchise ist ein wichtiger Faktor beim Krankenkassenvergleich. Denn je höher die Franchise, desto niedriger sind die monatlichen Prämien. In der Regel bieten die Krankenkassen folgende Franchisen an: CHF 300.-, CHF 500.-, CHF 1’000.-, CHF 1’500.-, CHF 2’000.- und CHF 2’500.-.

Im oben genannten Beispiel wird deutlich, wie gross das Einsparpotenzial ist. Die Modellperson zahlt mit einer Franchise von CHF 2’500.- pro Monat mehr als CHF 100.- weniger gegenüber der gleichen Krankenversicherung mit CHF 300.- Franchise. Würde sie noch auf die Unfallversicherung verzichten, schrumpft die monatliche Prämie dem Krankenkassenvergleich zufolge auf gerade einmal CHF 250.-. Das sind fast CHF 120.- weniger als in der niedrigsten Franchisestufe.

Aber Achtung:

Nicht bei jeder Krankenkasse können Sie mit jeder Franchise online eine Offerte anfordern. Vergleichen Sie daher das gewünschte Krankenversicherungsmodell in Kombination mit verschiedenen Franchisen. Nur so werden Ihnen alle günstigen Krankenkassen angezeigt.

Hier finden Sie weitere Informationen wie Sie die Krankenkasse kündigen können.