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Franchise

mit der richtigen Franchise die Krankenkassenprämie senken

sechs Abstufungen zur Auswahl

Selbstbehalt auf 700 Franken gedeckelt

Franchise

mit der richtigen Franchise die Krankenkassenprämie senken

sechs Stufen zur Auswahl

Selbstbehalt auf 700 Franken gedeckelt

Die Schweizer Haushalte ächzen unter hohen Gesundheitskosten. Mit der Wahl der richtigen Franchise können Sie sparen, aber im schlimmsten Fall suchen Sie heftige Mehrkosten heim. Falls Sie sich folgende Fragen stellen

  • Was ist eine Franchise überhaupt?
  • Welche Franchise macht Sinn?
  • Bis wann kann man seine Franchise ändern?

dann sind Sie hier genau richtig, denn wir erklären Ihnen, wie Prämie, Franchise und Selbstbehalt zusammenhängen und Sie die richtige Wahl für niedrige Krankheitskosten und optimale Gesundheitsversorgung treffen.

Franchise: Was ist das?

Durch die gesetzlich vorgeschriebene Grundversicherung werden alle Einwohner der Schweiz im Krankheitsfall gleich behandelt. Doch trotz der einheitlichen Leistungen sind die Prämien der Krankenkassen je nach Anbieter unterschiedlich hoch. Mit der Franchise legen Sie fest, bis zu welcher Höhe Sie die Kosten im Krankheitsfall selbst übernehmen.

Wenn Sie sich für eine hohe Franchise entscheiden, profitieren Sie von einer tieferen Krankenkassenprämie, während eine tiefe Franchise wiederum eine höhere monatliche Prämie zur Folge hat. Jahr für Jahr stehen Versicherte daher vor der Frage, welche Franchise für sie optimal ist.

Nach den gesetzlichen Vorschriften gibt es für Versicherte ab 18 Jahren sechs verschiedene Auswahlmöglichkeiten für die Franchise:

  • CHF 300.-
  • CHF 500.-
  • CHF 1'000.-
  • CHF 1'500.-
  • CHF 2'000.-
  • CHF 2'500.-

Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist keine Franchise vorgeschrieben. Freiwillig können Sie allerdings eine Franchise in der Höhe von CHF 100.-, CHF 200.-, CHF 300.-, CHF 400.-, CHF 500.- oder CHF 600.- wählen, um die Versicherungsprämie zu senken. Beachten Sie, dass die Krankenkassen nicht verpflichtet sind, alle Abstufungen anzubieten. Manche Anbieter lassen beispielsweise bei unter 18-Jährigen die ungeraden Zahlen aus.

Darüber hinaus gilt ein Selbstbehalt von zehn Prozent für alle Kosten, welche die Franchise übersteigen. Allerdings ist der Selbstbehalt durch eine Obergrenze gedeckelt, welche für Erwachsene bei 700.- Franken und für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bei 350.- Franken pro Jahr liegt.

Für schwangere Frauen gilt seit März 2014 in Bezug auf Franchise und Selbstbehalt eine Ausnahmeregelung: Die Selbstbeteiligung entfällt ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zur 8. Woche nach der Geburt.

Wie viel Rabatt ist mit der Franchise möglich?

Abhängig davon, für welche Franchise Sie sich entscheiden, gewähren die Krankenkassen einen unterschiedlich hohen Rabatt. Allerdings ist dieser gesetzlich gedeckelt. Bei Kindern und Jugendlichen sind maximal CHF 420.- Prämienrabatt bei einer Franchise von CHF 600.- möglich, beziehungsweise CHF 70.- bei einer Wahlfranchise von CHF 100.-. Erwachsene sparen mehr als CHF 1’500.-, wenn sie bereit sind, im Krankheitsfall bis zu CHF 2’500.- selbst zu bezahlen.

Franchise in CHFMaximalrabatt 2019
500.-160.-
1’000.-490.-
1’500.-720.-
2’000.-935.-
2’500.-1’100.-

Was ist der Selbstbehalt?

Kurz ausgedrückt: Eine weiterer Anteil, den der Versicherungsnehmer selbst zu tragen hat.

Haben Sie im laufenden Jahr Ihre Franchise bereits vollständig bezahlt, wird für jede künftige Behandlung eine Selbstbeteiligung in Höhe von zehn Prozent der Kosten fällig. Dieser Anteil ist auf 700 Franken im Jahr gedeckelt.

Ihre maximalen Kosten über die monatliche Prämie hinaus, beträgt also:
gewählte Franchise + maximaler Selbstbehalt = maximale Gesundheitskosten pro Jahr.

Bei einer Franchise von 300 Franken liegen ihre maximalen Kosten bei 1'000 Franken, bei einer Franchise von 2‘500 können diese 3‘200 Franken betragen (2‘500 + 7’00).

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Unterschied zwischen Versicherungsprämie, Selbstbehalt und Franchise

Das folgende Beispiel verdeutlicht Ihnen, wie Krankenkassenprämien, Franchise und Selbstbehalt zusammenhängen.

Herr Meyer hat eine Franchise von CHF 1’000.- gewählt und bezahlt eine Krankenkassenprämie von monatlich CHF 307.60. Auf das Jahr gerechnet fallen für ihn somit CHF 3’691.20 an, die er an seine Krankenkasse bezahlt. Nun wird Herr Meyer aufgrund eines Unfalls ins Spital eingeliefert. Die dortigen Behandlungskosten belaufen sich auf CHF 5’000.-. Von diesen übernimmt er CHF 1’000.- aufgrund der gewählten Franchise selbst. Diese ist damit für das komplette Kalenderjahr aufgebraucht.

Für die übrigen Kosten wird ein Selbstbehalt von zehn Prozent fällig. Das bedeutet, von den verbleibenden Arzt- und Medikamentenkosten in Höhe von CHF 4’000.- müssen noch einmal CHF 400.- selbst getragen werden. Die Selbstbeteiligung liegt somit bei insgesamt CHF 1’400.-.

Kurz vor dem Jahresende steht eine Operation am Knie an. Der Eingriff kostet CHF 4’000.-. Da die Franchise in diesem Jahr durch Herrn Meyer bereits vollständig bezahlt wurde, fällt nun lediglich der Selbstbehalt in der Höhe von zehn Prozent an, also CHF 400.-. Da dieser jedoch generell auf CHF 700.- pro Jahr limitiert ist und bereits CHF 400.- durch den unfallbedingten Spitalaufenthalt beglichen wurden, bleiben nur noch CHF 300.-, die Herr Meyer beisteuern muss.

Optimale Auswahl der Franchise

Für die Auswahl der richtigen Franchise ist es für Sie ratsam, Ihre Krankheitskosten des vergangenen Jahres, Ihre aktuelle gesundheitliche Verfassung und Ihren zu erwartenden Gesundheitszustand in den nächsten Monaten zu berücksichtigen. Natürlich ist eine zuverlässige Gesundheitsprognose im Voraus nicht möglich, sodass die Auswahl der Franchise mit der Annahme einhergeht, dass es Ihnen im kommenden Jahr gesundheitlich gut geht.

Generell gilt: Gehen Sie von niedrigen Krankheitskosten aus, ist eine hohe Franchise die richtige Wahl. Bei hohen erwarteten Krankheitskosten, beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen, welche regelmässige Arztbesuche unvermeidbar machen, ist eine tiefe Franchise empfohlen.

Die folgende Tabelle stellt die jährlichen Kosten bei Krankheit in Abhängigkeit von der Franchise dar. Die Versicherungsprämien stammen von einer der grössten Krankenkassen in der Schweiz, der Assura. Der Modellkunde ist 30 Jahre alt, lebt in Zürich und wünscht sich eine Grundversicherung mit Unfalldeckung.

FranchiseKrankheits­kosten 0,-
(nur Franchise­beiträge)
Krankheits­kosten
1’000,-
Krankheits­kosten
3’000,-
Krankheits­kosten
5’000,-
Krankheits­kosten
> 9’500,-
3005’142,-5’512,-5’712,-5’912,-6’142,-
5005’003,-5’553,-5’753,-5’953,-6’203,-
1’0004’652,-5’652,-5’852,-6’052,-6’352,-
1’5004’302,-5’302,-5’952,-6’152,-6’502,-
2’0003’953,-4’953,-6’053,-6’253,-6’653,-
2’5003’602,-4’602,-6’152,-6’352,-6’802,-

Die Übersicht zeigt, dass Sie Ihre Krankenkassenprämie mit der höchsten Franchise zwar deutlich reduzieren können, bei teuren Behandlungen jedoch schnell draufzahlen. Wenn Sie sich für einen hohe Franchise entschieden haben, ist es entsprechend sinnvoll, kleine Reserven zur Seite zu legen, um plötzlich entstehende Behandlungskosten auffangen zu können.

In vielen Fällen lohnt sich für Menschen mit einer bestimmten Krankheitsvorgeschichte eine tiefe Franchise von CHF 300.-. Können Sie die Krankheitskosten im Vorfeld jedoch noch nicht einschätzen, sind Sie mit einer etwas höheren Franchise von CHF 1’000.- oder CHF 1’500.- gut abgedeckt. Im Vergleich zur Franchise in der Höhe von CHF 300.- kostet Sie die Prämie bei einer Franchise von CHF 1’000.- höchstens CHF 210.- mehr pro Jahr. Im günstigsten Fall sparen Sie jedoch CHF 490.-.

Franchisenrechner

Falls Sie Ihre monatliche Prämie bereits kennen und in etwa voraussehen können, welche Gesundheitskosten im kommenden Jahr auf Sie zukommen, können Sie mit dem Franchisenrechner auf monsieur-sante.ch ganz leicht für sich berechnen, welche Franchise die beste ist.

Die Franchise können Sie jeweils per 1. Januar des folgenden Kalenderjahres anpassen. Der Wechsel zu einer tieferen Franchise muss dabei bis zum 30. November beziehungsweise dem letzten Arbeitstag des Monats gemeldet werden. Ein Wechsel zu einer höheren Franchise kann hingegen noch bis zum letzten Arbeitstag des Jahres angezeigt werden. Entscheidend ist in beiden Fällen der Tag, an dem der Brief bei der Krankenkasse eintrifft.

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Franchisenerhöhung vom Tisch

Anfang des Jahres beschlossen Nationalrat und die Gesundheitskommission des Ständerates (SGK) noch eine Erhöhung der Franchise um jeweils 50 Franken. Zeitweise wurde auch eine Erhöhung der Minimalfranchise von 300 auf 500 Franken diskutiert. Diese Änderung würde vor allem chronisch Kranke und ältere Bürgerinnen treffen. SVP und CVP erkannten noch im letzten Moment, dass 2019 ein Wahljahr ist, und blockierten am Ende ihre eigene Motion im Nationalrat.

Somit gilt für 2020: Bei den Franchisen bleibt erst mal alles beim Alten. 

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