Kranken­kassen­prämien 2019:

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Krankenkassenprämien steigen 2019 nur moderat - Junge werden entlastet

Schweizer Versicherte können aufatmen: Ein „Prämienschock“ steht ihnen 2019 nicht ins Haus. Während die Prämien seit 1996 jährlich im Schnitt um 4,6 Prozent anstiegen, sind es 2019 nur 2,7 Prozent beziehungsweise monatlich 12,60 Franken für Erwachsene.

Am höchsten steigen die Krankenkassenprämien für Personen ab 26 Jahren in den Kantonen Neuenburg und Wallis mit mehr als 4 Prozent. Durchschnittlich drei Prozent mehr zahlen Sie künftig in den Prämienregionen Graubünden, Nidwalden, Schaffhausen, Schwyz und Tessin. In Appenzell Innerrhoden steigen die Prämien dagegen nicht einmal um ein Prozent.

Prämienrabatte für junge Erwachsene

Einen guten Grund Prämien zu berechnen haben junge Erwachsene im Alter von 19 bis 25 Jahren: Laut einem Parlamentsbeschluss dürfen Versicherer ihnen Rabatte anbieten. Im Schnitt fallen für sie die Kosten um mehr als 13 Prozent. Unser Krankenkassenrechner berücksichtigt auch die aktuellen BAG-Prämien für ebendiese Altersgruppe.

Hintergrund der Anpassung ist ein geringerer Risikoausgleich, den die Krankenkassen bei der Berechnung der Prämien für junge Erwachsene ab 2019 berücksichtigen.

Der Risikoausgleich verhindert, dass die Anbieter verstärkt junge, gesunde Kunden werben. Diese verursachen im Vergleich zu älteren und kranken Menschen weniger Gesundheitskosten, was der Finanzlage des Anbieters zugutekommt. Da Krankenkassen, bei denen besonders viele Personen mit hoher Risikostruktur versichert sind, jedoch Ausgleichszahlungen von Kassen mit guter Struktur erhalten, besteht kein Anreiz, gezielt junge und gesunde Menschen zu versichern.

Bei jungen Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren wurde bisher nur rund ein Drittel der Prämie für medizinische Leistungen benötigt. Den Rest zahlten die Krankenkassen in den Risikoausgleich. Dieser Ausgleich wird ab 2019 halbiert, sodass die Anbieter ihre Prämien für junge Menschen senken können.

Experten schätzen, dass sie dadurch bis zu 98 Franken im Monat sparen können. Für Erwachsene ab 26 Jahren bedeutet das allerdings, dass sie rund zehn Franken mehr im Monat zahlen müssen. Dadurch fangen die Krankenkassen den geringeren Risikoausgleich bei jungen Menschen auf.

Prämienverbilligung für Waadtländer Haushalte wächst 2019

Im Kanton Waadt haben zehntausende Haushalte Anspruch auf eine besonders hohe Prämienverbilligung. Bisher galt: Geben die Bewohner mehr als 14,4 Prozent ihres steuerbaren Nettoeinkommens für die Krankenkassenprämien aus, erhalten sie eine Prämienverbilligung. Zum 1. September 2018 wurde diese Grenze angepasst und liegt nun bei zwölf Prozent.

Ab dem 1. Januar 2019 dürfen die Prämien sogar zehn Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigen. Rund 40 Prozent der Waadtländer werden dadurch Anspruch auf die Prämienverbilligung haben. Bei einer vierköpfigen Familie mit einem Einkommen von CHF 90‘000.- im Jahr und monatlichen Krankenkassenprämien von CHF 1‘080.- bedeutet dies eine Verbilligung um CHF 330.- pro Monat.

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Prämienerhöhung 2019: Franchisen werden langfristig steigen

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, die Höhe Ihrer Krankenkassenprämie zu verringern. Dazu gehört beispielsweise die Wahl eines günstigen Krankenversicherungsmodells, wie das Hausarzt- oder HMO-Modell. Üblich ist zudem auch die Wahl einer höheren Franchise, welche über CHF 300.- pro Jahr hinausgeht.

Somit erklären Sie sich bereit, den gewählten Betrag pro Jahr (Franchise) selbst zu übernehmen, wenn Sie medizinische Leistungen in Anspruch damit. Im Gegenzug werden die Krankenkassenprämien durch sogenannte Prämienrabatte reduziert. 2019 war jedoch die Einführung eines neuen Maximalrabatts geplant. Dieser hätte dafür gesorgt, dass sich die Prämien bei einer hohen Franchise weniger stark als bisher verringern. Eine geringe Franchise hätte dagegen zu einem etwas besseren Prämienrabatt geführt. Diese Regelung wurde jedoch vom Parlament gekippt.

Geeinigt hat man sich jedoch auf eine etwas höhere Belastung der Versicherten. Zukünftig sollen die Franchisen in regelmässigen Abständen von voraussichtlich drei bis vier Jahren an die steigenden Gesundheitsausgaben angepasst werden. Die Franchisen werden dann um je 50 Franken erhöht. Die erste Erhöhung soll schon 2020 folgen.

Dadurch müssen Sie zukünftig mehr Kosten für Ihre medizinische Versorgung selber tragen. Die Regierung erhofft sich dadurch, die Eigenverantwortung der Schweizer bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu erhöhen.

Wissenswertes zu den Krankenkassenprämien

Im Schweizer Gesundheitssystem ist festgeschrieben, dass jede in der Schweiz wohnhafte Person bei einer Krankenkasse eine obligatorische Grundversicherung abschliessen muss. Dafür bezahlen Sie monatliche Beiträge, die sogenannten Prämien. Da die Krankenkassen ihre Prämien jährlich für das Folgejahr anpassen dürfen, haben Sie das Recht, Ihre Krankenkasse zu kündigen und zum Jahresende zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Doch wie genau funktioniert das mit den Krankenkassenprämien?

Wie werden die Krankenkassenprämien festgelegt?

Die Krankenkassen dürfen ihre Prämien nicht willkürlich festlegen, sondern müssen sich an bestimmte Regeln halten. Aus diesem Grund müssen die Prämien der einzelnen Krankenkassen jedes Jahr vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) genehmigt werden.

Damit das BAG prüfen kann, ob die Prämienwünsche für das Folgejahr berechtigt sind, müssen die Krankenkassen ihre finanzielle Situation und ihre Prognosen für das laufende sowie das kommende Jahr vorlegen. Anhand dieser Daten kann das BAG die Wirtschaftlichkeit der Krankenkassen beurteilen, welche kostendeckend arbeiten müssen.

Ausserdem werden die finanziellen Reserven der Versicherungen überprüft. Eine wirtschaftlich schwächelnde Krankenkasse darf zwecks Rücklagenstellung höhere Prämien verlangen als eine, die über ein enormes finanzielles Polster verfügt. Das BAG berücksichtigt während des Genehmigungsverfahrens auch die individuelle Situation jeder Krankenkasse, wie Kostenentwicklung, Budget oder Mitgliederzahlen.

Nicht vergessen werden darf, dass eine Prämie nur dann genehmigt wird, wenn auch die übrigen rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. Dazu zählen unter anderem Rabattangebote durch wählbare Franchisen, alternative Versicherungsmodelle sowie die Möglichkeit, die Unfallversicherung ausschliessen zu können.

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Warum sind die Krankenkassenprämien unterschiedlich hoch?

Bei der Festlegung der Prämien wird die individuelle Situation jeder Krankenkasse berücksichtigt. Darunter fallen auch regionale Unterschiede, weswegen die Schweiz in unterschiedliche Prämienregionen eingeteilt ist. Einzelne Kantone sind eigenständige Prämienregionen, während sich kleinere Kantone oft zu einer Prämienregion zusammenschliessen. Grosse Kantone werden wiederum teilweise in mehrere Prämienregionen unterteilt, da sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den einzelnen Regionen des Kantons stark unterscheiden können.

Was macht die Krankenkasse mit den Prämien?

Mit den Prämien finanzieren die Krankenkassen die erbrachten Leistungen für Versicherte und decken alle weiteren Kosten, die damit in Zusammenhang stehen. Dazu gehören etwa Verwaltungskosten, die Gehälter der Angestellten oder das Bilden von Rückstellungen.

Um ein besseres Bild davon zu bekommen, wie die Ausgaben der Krankenkassen verteilt sind, hat das Bundesamt für Gesundheit das Faktenblatt „Wozu werden die Prämien verwendet?“ erstellt. Daraus sind folgende Zahlen entnommen, welche die Kostenanteile der Krankenkassen für das Jahr 2016 prognostiziert hatten:

  • Ambulant (Arzt und Spital)
    0%
  • Spital stationär
    0%
  • Langzeitaufenthalte
    0%
  • Medikamente
    0%
  • Übrige Leistungen
    0%
  • Rehabilitation
    0%

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Wie können Versicherte bei den Krankenkassenprämien sparen?

Um bei den Krankenkassenprämien zu sparen, ist die einfachste Möglichkeit ein Krankenkassenwechsel. Wenn Sie die Krankenkassenprämien vergleichen, finden Sie schnell und einfach das günstigste Angebot. Ein Krankenkassenwechsel ist immer per Ende Jahr möglich. Dazu muss die Kündigung spätestens einen Monat bei der Krankenkasse vorliegen.

Prämienverbilligung für Geringverdiener

Personen, welche über bescheidene finanzielle Möglichkeiten verfügen, können in der Schweiz im Wohnkanton einen Antrag auf Prämienverbilligung stellen. Wird dieser bewilligt, werden die Krankenkassenprämien zum Teil staatlich finanziert. Dies gilt im Übrigen auch für Familienmitglieder, welche ebenfalls vom niedrigen Einkommen betroffen sind.

Wer hat Anspruch auf Prämienverbilligung?

Grundsätzlich haben alle versicherten Personen in der Schweiz, die ein geringes Einkommen erzielen, Anspruch auf eine Prämienverbilligung. Die Höhe des steuerbaren Einkommens, ab der Anspruch auf eine individuelle Prämienverbilligung besteht, ist jedoch je nach Kanton unterschiedlich festgelegt. Deshalb ist es durchaus möglich, dass von zwei Personen mit gleichem Einkommen und Wohnsitz in verschiedenen Kantonen nur eine Anspruch auf die Prämienverbilligung hat.

Wie wird die Prämienverbilligung beantragt?

In jedem Kanton gibt es eine zuständige Stelle, bei der die individuelle Prämienverbilligung beantragt werden kann. Die Adressen und Kontaktdaten der zuständigen Stellen können beim Bundesamt für Gesundheit angefragt oder auf dessen Homepage eingesehen werden.

Wie die Prämienverbilligung beantragt werden muss, ist ebenfalls nicht einheitlich geregelt. Informationen bezüglich des konkreten Vorgehens sind den Internetauftritten der zuständigen kantonalen Stellen zu entnehmen. Dort können in den meisten Fällen alle nötigen Formulare inklusive Ausfüllhinweisen direkt heruntergeladen werden. Bei einigen Kantonen wird man auch interaktiv durch die Antragstellung geführt. Der Antrag ist anschliessend ausgedruckt, unterschrieben und zusammen mit den zusätzlich erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen Stelle einzureichen.

Im Kanton Zürich ist die Antragstellung besonders einfach. Die Sozialversicherungsanstalt (SVA) Zürich wird von den Gemeindesteuerämtern darüber informiert, wer Anspruch auf eine individuelle Prämienverbilligung hat. Den ermittelten Personen wird anschliessend direkt ein Antragsformular zugeschickt, welches sie lediglich unterschrieben zurückschicken müssen.